Auf eine Tasse Tee mit...

Frau Gubitz-Berg
In diesem Interview steht Frau Gubitz-Berg im Mittelpunkt, Vorsitzende des Kuratoriums der DGS - Stiftung. Durch die DGS in Salzkotten konnte u.a. die Idee des gemeinsamen Lebens von Menschen mit und ohne Behinderung und damit Pohlmeyers Hof, umgesetzt werden.

Guten Tag, Frau Gubitz – Berg. Die DGS hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Pohlmeyers Hof entstehen konnte. Wie kam es damals zu dieser Idee?
Das ist die Idee meines Vaters Manfred Gubitz-Berg gewesen, der 2006 die DGS-Stiftung gegründet hat. Da sind damals mehrere Faktoren zusammengekommen. Zum einen ist die Familie Pohlmeyer mit uns ins Gespräch gekommen, um eine Nachnutzung für die Flächen der alten, damals aber schon geschlossenen Baumschule zu finden. Zum anderen ist die zur Unternehmensgruppe gehörende Unternehmensberatung BWU GmbH schon längere Zeit mit der Planung und Entwicklung im Bereich Sozialimmobilien tätig gewesen. Die Stiftung ist übrigens auch Träger von drei Pflegeeinrichtungen, die über die Seniorat-Gruppe von der Stiftung betrieben werden. Durch diese Tätigkeiten sind wir häufig mit sozialen Trägern und Verbänden ins Gespräch gekommen und immer wieder kam das Thema nach der Suche von inklusivem Wohnraum auf. So entstand dann die Idee, die Flächen der alten Baumschule als Quartier mit Wohnraum für Menschen mit und ohne Behinderungen zu entwickeln. Jetzt wissen Sie auch, woher die Adresse “Zur alten Baumschule” kommt 😊.
Wenn Sie Pohlmeyers Hof in drei Worten beschreiben müssten, welche wären das?
1. Zusammenhalt 2. Herzlichkeit 3. Bunt
Welche Herausforderungen sehen Sie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unseren Quartieren?
Ich denke, dass es die größte Herausforderung sein wird, gerade in diesen turbulenten Zeiten, weiterhin respektvoll miteinander umzugehen und unterschiedliche Meinungen zu akzeptieren. Leider leben wir mittlerweile in einer Welt, die durch Social Media viel Hetze, Hass und Unwahrheiten ungefiltert verbreitet. Heutzutage muss man gut aufpassen, was man für eine Meinung in den öffentlichen Raum stellt ohne sich gleich persönlich angreifbar zu machen. Unsere Streitkultur läuft da aus meiner Sicht immer mehr aus dem Ruder und Debatten werden nicht mehr qualifiziert und zielgerichtet geführt, sondern oftmals nur noch beleidigend und mit einer großen Portion an Halbwissen. Das ist für mich oftmals sehr beängstigend. Und deswegen ist es gerade wichtig, an der Basis oder in den Quartieren den entstandenen Zusammenhalt zu stärken. Man darf laut sein, aber respektvoll!
Wie kann die Stiftung der DGS Pohlmeyers Hof weiterhin unterstützen?
Der Pohlmeyers Hof ist ja unser “Baby” geworden.Immer wenn wir vor Ort sind, und da spreche ich für alle Kolleginnen und Kollegen im Haus, werden wir herzlich empfangen. Und diese Herzlichkeit, sowie der Einsatz Ihres Quartiersmanagements, möchten wir weiterhin unterstützen. Da sehen wir uns in der Öffentlichkeitsarbeit, gemeinsamen Veranstaltungen, und unterschiedlichste Aktionen. Gerade sind wir mit Frau Kröger wieder im engen Austausch, wie wir zusammen z.B. das Container Projekt “Kreativ Kiste” mit Spendenakquisitionen finanziert bekommen. Auch werden wir zum Martini Markt in Salzkotten wieder unseren DGS Suppentreff anbieten, den Ihre Bewohner wieder mit einer tollen Aktion unterstützen möchten. Also, wo es eben geht, sind wir gerne auch zukünftig bereit, mit anzupacken. Wir freuen uns auch riesig darüber, dass Ihre Bewohner so toll in Salzkotten angekommen sind. Im Oktober ist es schon zwei Jahre her, dass das Quartier bezogen wurde.Wir konnten vom ersten Tag miterleben, wie eben diese bunte und vielfältige Gruppe unserer Idee Leben eingehaucht hat. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich mit meiner Familie gut vier Wochen später das Martini Fest besucht habe und auf einmal eine große Gruppe aus dem Quartier freudestrahlend und mit glücklichen Gesichtern den Festplatz betreten hat. Das war für mich ein Zeichen, dass wir vieles richtig gemacht haben 😊 Auch heute sieht man zu jedem Stadtfest immer irgendwo mindestens ein Trüppchen, die hier ihre neue Heimat gefunden haben. Da möchte ich jetzt aber auch Ihnen und Frau Kröger ein riesiges Kompliment machen, mit wieviel Herzblut und Energie die Quartiersarbeit von Ihnen betrieben wird. Auch durch Ihren Einsatz in den letzten zwei Jahren ist die Sichtbarkeit von Pohlmeyers Hof viel viel größer geworden. Ein großes Dankeschön!!!
Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Worüber können Sie herzlich lachen?
Ich kann über spontane, lustige Alltagssituationen herzlich lachen, die einfach ungeplant passieren. Aber auch meine Kinder bringen mich in unterschiedlichsten Situationen zum Lachen.
Frau Gubitz – Berg, vielen herzlichen Dank dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben!
Das Interview führte Iris Liesen, Mitarbeiterin des Quartiersmanagements am 21. September 2026
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